Aufbau einer Taiji-Stunde

Jede Trainingseinheit ist gleich strukturiert und dauert meist 90 Minuten. Die feste Struktur hat sich als sehr unterstützend für den Lernfortschritt bewährt. Im Verlauf der Stunde werden die Körperübungen immer komplexer. Dabei versuchen wir, in einen immer tieferen Geisteszustand zu kommen. Am Ende der Stunde meditieren wir – und dann tragen wir diesen verfeinerten Geisteszustand in den Alltag.


1 lockerungs-übungen

Zwei Frauen üben die Lockerungsübungen in einem Schulhof in Zürich.

Zu Beginn jeder Taiji-Stunde machen wir die fünf Lockerungsübungen (Loosenings) von Meister Huang Xingxian. Mit den Lockerungsübungen lernen wir, Anspannungen zu lösen, den Körper in die richtige Ausrichtung zu bringen und uns sanft zu bewegen. 

 

Gleichzeit beginnen wir, den Geist aus dem Trubel des Alltagsbewusstein heraus in die Ruhe und dann noch weiter nach innen zu bringen.

Ein erster Schritt hierfür ist die Konzentration auf die inneren Bewegungen des Körpers.


2 taiji-form

Anfängerinnen und Anfänger lernen zuerst die Kurzform von Master Huang, die auf der 37-Bewegungen-Form von Zheng Manqing basiert. In jeder Taiji-Stunde sehen wir uns ein Detail genauer an.

 

Im Üben der Form lernen wir, die inneren Kräfte wahrzunehmen, die durch den Körper aufsteigen, während der Körper selbst immer noch weiter sinkt und sich ausrichtet.

 

Fortgeschrittene lernen die Langform (108 Bewegungen von Yang Cheng-Fu) und üben ausserdem noch die Quickfist von Meister Huang, eine schneller ausgeführte Form.

Eine grosse Tai Chi Gruppe übt die Langform während eines Workshops in Zurich.

3 pushing hands

Zwei Frauen machen die Partnerübungen (Pushing-Hands, Tuishou) bei einem Workshop trainiert.

Auch Tuishou genannt (schiebende Hände).

Es gibt acht fixe Basis Pushing-Hands-Übungen, die alle in jeder Stunde geübt werden.

Diese Partnerübungen werden sehr sensitiv und ohne Kraft ausgeführt, in einem möglichst tiefen Geistes-Zustand. Wir lernen dabei, die Energetisierung und Aktivierung der Muskeln ins uns selbst, aber auch in unseren Partnerinnen und Partnern zu spüren und eine möglichst sanfte und gute Verbindung durch die Hände herzustellen.

 


4 Anwendungen (Applications / Issuing)

Den Abschluss der Pushing-hands-Übungen bieten sogenannte Anwendungen.

Zu Beginn der Anwendungen versucht man, den Körper vollständig zu entspannen und der entgegen-kommenden Kraft der Partnerin oder des Partners ohne Widerstand nachzugeben, sobald man den feinsten Druck spürt. Dies erfordert nicht nur gut verwurzelte Füsse und einen stabilen Stand, sondern einen nochmals vertieften Geisteszustand sowie eine Verfeinerung des eigenen Taji.

 

Szene aus einem Taiji-Workshop. Die Lehrerin zeigt der Gruppe eine sogenannte Anwendung aus den Partnerübungen

Zwei Männer sitzen in einem Raum und meditieren.

5 Meditation

Jede Stunde endet mit einer ca. 15-minütigen Meditation.

Meditation ist ein wichtiger und fester Teil des inneren Trainings (Neigong).